Zeiträuber geoutet – Wo du deine täglichen Routinen entschlacken kannst

von | 1. Mai 2020 | perfekt praktisch | 0 Kommentare

Zu Hause bei meinen Eltern konnte ich ein eigenes, kleines Badezimmer mein Eigen nennen. Als ich so etwa 15 Jahre alt war, hat meine Mutter mir den Putzlappen übertragen. Da war ich nun hin- und hergerissen: einerseits wollte ich einen guten Eindruck machen, andererseits hatte ich natürlich überhaupt keinen Bock zu putzen. Also entwickelte ich damals eine spezielle Handwasch-Strategie, die ich bis heute beibehalten habe. Doch mehr dazu später.

Heute teilen wir uns auf zwischen Job und Familie, zwischen Freunden, Hobbys und mehr. Oder sitzt du gerade im Home-Office und managst gleichzeitig das Home-Schooling, während du nebenbei den Kochlöffel schwingst und der Zweijährige am Bein hängt? Ich weiß nicht, ob´s bei dir auch so ist: ich bin kein Tintenfisch mit acht Armen. 

Heute teile ich mit dir meine Taktik, die ich mir im Laufe der Jahre angeeignet habe, um ein paar Dinge dauerhaft im Lot zu halten – und zwar ohne besonderen Zeitaufwand.

Bettenmachen ja – aber sinnvoll

Hast du schon mal ein Schlafzimmer betreten, in dem die Betten nicht gemacht waren? Sieht das einladend aus? Ich finde nicht. 

Bei der klassischen Form des Bettenmachens schlägt man die Decke zunächst irgendwie zurück, damit die Matratze bei geöffnetem Fenster lüften kann. Einige Zeit später hetzt man dann durch alle Schlafräume, schüttelt überall die Decken auf und legt sie genau nach Plan mittig auf der Matratze zurecht. 

Aber wer sagt denn, dass die Decke hübsch halbiert und mathematisch korrekt um 90 Grad gedreht liegen muss? 

Überlegen wir mal kurz gemeinsam: was ist der Sinn des Bettenmachens? Na klar, es geht um einen einladenden Eindruck. Ich jedenfalls freue mich abends viel mehr aufs Bett, wenn die Decke nicht seit dem Aufstehen verdreht daliegt. Viel entscheidender ist, dass die Matratze gut lüften soll. Je länger, desto besser. 

Warum nicht vereinfachen?

Versuch morgen früh mal Folgendes: Wenn du aufstehst, schlägst du die Bettdecke mal nicht achtlos zurück, sondern klappst sie mittig zusammen. (Du brauchst dafür nur die Ecke des oberen Endes auf die Ecke des unteren Endes legen und beides mit einer Hand fassen. Mit der anderen Hand greifst du die entstandene Falte. Zwei Handgriffe, mehr nicht.) Nun schüttelst du sie ein-, zweimal mit festem Ruck durch. Dadurch schiebt sich die Decke ordentlich zurecht und wird dabei gleich aufgelockert. Mit diesem Schwung positionierst du die Decke dann auch direkt am Fußende, soweit unten wie möglich. 

Bettdecke aufschütteln

Das ist babyeinfach. Das können auch kleinere Familienmitglieder schon selbst machen.

Ganz nebenbei kann die Matratze besser atmen. Und zwar den ganzen Tag.

Also: Falten – Schütteln – Ablegen. 10 Sekunden. Yeah, gleich am frühen Morgen die erste Aufgabe erledigt! Das fühlt sich gut an.

Fenster öffnen und ab ins Bad.

Kampf gegen den Stoff-Wust im Bad gewinnen

Früher habe ich jeden Morgen meinen Schlafanzug zurück ins Schlafzimmer geräumt und unter die Bettdecke gestopft. Da ist schnell mal eine Beule entstanden. Die wollte ich aber nicht haben. Außerdem habe ich ihn abends gerne vergessen. Aber stattdessen die Nachtwäsche über dem Wannenrand drapieren? Zwar schon oft gesehen, aber nie für gut befunden. Zu kruschelig. 

Wohin also mit den Schlafanzügen der ganzen Familie? 

Die Antwort liegt so nah: schaffe einfach einen Platz dafür! Das kann ein hübscher Korb sein, in den morgens alle ihren Schlafanzug feuern oder – noch besser, da unauffälliger – ein fester Platz im Schrank. Bei uns gibt´s hierfür schon seit Jahren ein Schubfach im Schrank und ich genieße das sehr.

Null Zeitaufwand. Jetzt aber schnell unter die Dusche.

Dusche auf Hochglanz bringen

Ab sofort bekommt auch die Dusche ein eigenes Handtuch. Ein kleines Gästehandtuch reicht völlig aus. 

Ich mag glänzende Armaturen. Du auch? 

Da hilft leider nur eins: lass die Armatur nicht an der Luft trocknen! Selbst bei kalkarmem Wasser entstehen oft noch Flecken und die rauszupolieren ist echt kein Spaß. Kostet auch unnötig Zeit. Wenn du aber direkt nach der Dusche kurz die Armatur abtrocknest, glänzt sie immer schön. 

Und da du das Handtuch ja gerade in der Hand hältst, wischst du noch schnell über die Silikonfugen drüber, damit diese erst gar nicht anfangen zu schimmeln. Oft werden Silikonfugen als Verschleißmaterial eingestuft, das alle paar Jahre erneuert werden muss. Soweit muss es gar nicht erst kommen.

Keine 30 Sekunden hierfür. Und das Schlafzimmerfenster kannst du jetzt auch wieder schließen. Weiter geht´s. 

Den Flur nicht mehr aufräumen 

Diesen abgenudelten Vergleich mit dem Flur als Visitenkarte haben wir alle schon gehört. Halstücher und Handschuhe, Strickmützen und Schals lösen sich aber nicht in Luft auf und je größer die Familie ist, desto mehr davon schwirrt herum. 

Wohin denn mit dem ganzen Kram?

Wenn du keinen Platz für einen großen Schrank hast – nahezu keiner hat ihn, jede Wette – oder wenn deine Mitbewohner partout nicht in der Lage sind, ihre Dinge in die Fächer einzusortieren, die du ach so liebevoll vorbereitet hast, dann versuch´s mal mit einem Korb. 

Einem richtig großen Korb. 

Da können alle ihre Sachen reinschmeißen, wenn sie nach Hause kommen. Schals, Handschuhe, Taschenschirme, Sonnenhüte usw. Na klar, hin und wieder gibt´s ein bisschen Wühlerei. Meist liegen die Lieblingssachen aber ohnehin ganz oben. 

Der Flur jedenfalls ist stets aufgeräumt und das mit Null Zeitaufwand.

Eine Kruschelecke zulassen 

… aber eben nur eine. Ich gestehe: wenn ich nach Hause komme, brauche ich einfach einen Platz, an dem ich Post, Kassenzettel & Co. ablade. Das Entscheidende ist, dass alles an einem Platz landet und nicht jede/r seinen Krempel irgendwo abwirft. Eigentlich kein Trick. 

So gibt es zwar eine Gerümpelecke, aber eben nur die eine und der Rest bleibt ordentlich. Kein zusätzlicher Zeitaufwand. 

Last but not least – meinen Lieblings-Tipp habe ich bis zum Schluss aufgehoben.

Hände raffiniert waschen

Ich liebe blinkende Armaturen, das weißt du schon. Und dass ich nicht gerne putze, dürftest du erkannt haben. Deshalb habe ich mir im Jugendalter eine Handwasch-Methode angeeignet, die meine Familie übernommen hat:

  • Nimm dir Flüssigseife, bevor du den Wasserhahn aufdrehst!

Die Hände sind jetzt nämlich noch trocken und du hinterlässt keine Wasserspur auf dem Weg vom Waschbecken zum Seifenspender. 

  • Achte darauf, wie du den Wasserhahn schließt.

Wenn du beim Schließen nur mit der Daumenkuppe vorsichtig den Hebel herunterdrückst, landet gar kein Wassertropfen auf der Armatur. Yeah, Zeit gespart und die Armatur glänzt so schön wie vorher.

Daumen betätigt Wasserhahn

Bei jeder Armatur, die wir angeschafft haben, habe ich mich übrigens im Vorhinein damit befasst, wie man sie schließt und ob das für mich benutzerfreundlich ist. Ich bin in dieser Hinsicht ein Nerd. Jetzt ist es raus.

  • Schüttle deine Hände vorsichtig.

Wenn du jetzt nicht mit deinen nassen Händen wild herumwedelst, sollte um dein Waschbecken herum alles trocken sein. 

Es soll ja Leute geben, die nach jedem Händewaschen das Becken innen wie außen abtrocknen. Sorry, da bin ich raus. Ich finde, das geht einfacher: der Zeitaufwand bei meiner Methode ist exakt Null.

Mitunter reicht es also, an strategisch günstiger Stelle eine Sammelstelle einzurichten. Und ab und zu langt es, ein paar Sekunden Zeit zu investieren, um sie später zehntausendfach einsparen zu können. Falls du noch weitere solcher Tricks auf Lager hast, dann bitte gerne her damit. Ich freu mich wie Bolle!

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Ich gestalte Home-Offices und Ferienwohnungen für Menschen, die für Kreativität wenig Zeit haben, damit Arbeit und Vermietung besser flutschen, ohne dass die Kosten aus dem Ruder laufen.

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