Nachhaltiger leben: 24+2 Tipps, die du sofort umsetzen kannst

von | 1. August 2021 | Zeit sparen & Ordnung halten | 0 Kommentare

Nachhaltiger leben – warum erscheint so ein Thema in einem Wohnblog? Weil Wohnen und Leben eng zusammengehören. Und weil mir dieses Thema am Herzen liegt, denn unsere Erde ist echt krank.

Klimawandel, Wetterextreme, Überschwemmungen, Erdrutsche, Waldbrände, Artensterben, Abholzung, Ausbeutung von Natur, Tier und Mensch, Mikroplastik in Natur und Lebewesen, Müllberge, … um nur mal ein paar Schlagworte zu nennen. So kann es nicht weitergehen.

Ich stelle dir heute also meine liebsten Nachhaltigkeitstipps vor und gehe dabei ganz bewusst nicht auf Details ein (denn das können andere viel besser) und der Artikel erhebt auch keinen Anspruch auf Vollständigkeit (denn dann wird er niemals fertig).

Was mir wichtig ist: dass du sofort was machen kannst. Betonung auf „sofort” und „machen”.

Inhaltsverzeichnis:

Wie unser Leben nachhaltiger wurde

10 Tipps für eine nachhaltigere Küche

5 Tipps für ein nachhaltigeres Bad

3 Tipps für ein nachhaltigeres Schlafzimmer

4 Tipps für ein nachhaltigeres Home-Office

2 Tipps für mehr Nachhaltigkeit im Verkehr

+ 2 Apps, die dich bei deinem Vorhaben, nachhaltiger zu leben, unterstützen

Welche Auswirkungen hat das Thema „nachhaltiger leben“ auf die Wohn- und Einrichtungsbranche?

Jetzt du

Wie unser Leben nachhaltiger wurde

Seit etwa 15 Jahren abonnieren wir eine Gemüsekiste. Seitdem steht jede Woche eine Kiste Bio-Obst und -Gemüse vor unserer Haustür. Wir lieben die Frische, die Transparenz, die Qualität.

Nach der Gemüsekiste

Ein paar Jahre später begannen wir, auch unsere Milchprodukte in Bio-Qualität zu kaufen. Dabei hatten wir hohe Anforderungen an die Milch: sie sollte biologisch sein und grünfuttertypische Fettsäuren enthalten, die Bauern sollten fair bezahlt werden und den Tieren sollte es gut gehen. Das war uns unheimlich wichtig und wir haben unsere Marke gefunden.

Irgendwann reifte dann der Gedanke, dass das gleiche doch auch für die Tiere gilt, die wir essen möchten. Also achten wir aufs Fleisch – wobei man ja gar nicht viel Fleisch braucht. Und wenn meine frischen Tomaten aus Bio-Anbau stammen, warum sollten dann meine Tomaten aus der Dose das nicht auch sein? Abgesehen davon, dass wir keine Tomaten aus China möchten. Was für ein Irrsinn. Also sind wir auch bei den Konservenwaren auf Bioprodukte umgestiegen. Ja, so ergibt eins das andere.

Über die Lebensmittel hinaus

Ich weiß gar nicht, wie lange schon, aber unsere Reinigungsmittel sind biologisch abbaubar, unsere Kosmetik besteht fast vollständig aus Naturkosmetik, die Wattestäbchen sind aus Pappe, die Wattepads aus Baumwolle und waschbar. Ich fahre einen Hybrid mit Ökostrom aus der Steckdose und zum Feierabend trennen wir die Computeranlagen vollständig vom Strom. Wir legen dieses Jahr unseren Vorgarten neu an und bei der Pflanzenauswahl achten wir darauf, dass das neue Grün bienenfreundlich ist.

Und das nicht, weil ich am Anfang eine Liste erstellt hätte – dabei bin ich ein Listen-Freak – sondern weil sich nach und nach unsere Haltung und damit die Wertschätzung unserer Erde geändert hat.

Oder gehörst du zu denen, die denken, alleine gar nichts ausrichten zu können? Einerseits irgendwie nachvollziehbar, aber andererseits: sorry, wenn alle so denken, ändert sich auch nix.

Du bist wichtig.

Du wirst feststellen: wenn du erstmal anfängst, dich mit ein paar Punkten auseinanderzusetzen, dann macht das was mit dir. Deswegen ist es mir so wichtig, den Einstieg in ein nachhaltigeres Leben einfach zu gestalten und die Hemmschwelle möglichst niedrig zu halten. Auch wir sind nicht perfekt. Aber wer nicht anfängt, macht noch viel mehr verkehrt und trägt mit Verantwortung für das, was sich hier abspielt – und nicht nur die Politiker, auf die so gerne geschimpft wird.

Genug Geplänkel. Los geht´s.

10 Tipps für eine nachhaltigere Küche

  • Kaufe unbedingt mal in einem Unverpackt-Laden ein.
    Mache dich wenigstens einmal auf den Weg, selbst wenn der Laden nicht bei dir um die Ecke ist. Spätestens beim nächsten Supermarkt-Besuch wird dir bewusst, wie viel Müll wir normalerweise im Einkaufswagen umherschieben. Ständig weite Strecken zu einem Unverpackt-Laden zu fahren, wäre allerdings Blödsinn, dann:
  • Nutze Wochenmärkte, Bauernhöfe und Hofläden.
    Dort bekommst du nicht nur regionale Ware zu fairen Preisen, sondern du sparst lange Wege und viel Müll beim Einkauf.
  • Nimm einen Stoffbeutel mit zum Bäcker.
    Unser kleines Dorf hat einen tollen Bioladen. Wenn ich Brot kaufe, nehme ich einen Stoffbeutel mit. Das spart ebenso Müll.
  • Pack die Gemüsenetze ein.
    In unserem Bioladen packe ich alles lose in den Korb, ansonsten sind Gemüsenetze praktisch, wenn du manches einzeln verpacken willst. Plastiktüten im Laden braucht man jedenfalls nicht.
  • Pack die Käsebox ein.
    Das gleiche gilt für die Käsebox. Die nehme ich mit zum Bioladen. Und mal so nebenbei: wenn ich Getreide kaufe, Kräutersalz oder Datteln, bringe ich auch meine eigenen Gefäße mit und lass mir die Kostbarkeiten direkt in die Behälter einwiegen.
  • Nutze beim Backofen die Umluftfunktion und verzichte auf Ober- und Unterhitze.
    Letzteres braucht nämlich mehr Strom, da sie einen schlechteren Wirkungsgrad besitzt. Abgesehen davon ist Umluft auch schneller.
  • Joghurtbecher & Co. „nur” löffelrein in die Gelbe Tonne geben.
    Ausspülen brauchst du nicht. Da zitiere ich unser Entsorgungsunternehmen: Wasser ist eine zu wertvolle Ressource, um es zum Ausspülen von Müll zu verwenden.
  • Ziehe den Deckel vom Joghurtbecher komplett ab, bevor du beide Teile einzeln in die Gelbe Tonne schmeißt.
    Lässt du die Folie dran, kann die Sortieranlage die Materialien nicht erkennen. Sie wären völlig wertlos. Wusstest du das? Es kostet ja echt keine Zeit, den Deckel komplett abzuziehen.
  • Gib alle Teile einzeln in die Gelbe Tonne.
    Stecke nicht mehrere Joghurtbecher ineinander, weil es so schön platzsparend ist. Auch die Folie nicht in den Becher schieben. Nur dann sind sie wirklich recyclingsfähig, denn:

Die Sortieranlage kann die unterschiedlichen Materialien nicht erkennen, wenn die Einzelteile ineinander gesteckt sind. Sie fallen dann aus dem Recyclingprozess komplett raus! Falls du dir bisher nie Gedanken über nachhaltigeres Leben gemacht hast, ist das die Stelle, an der du mühelos einen Beitrag leisten kannst. Du brauchst einfach nur deinen Müll einzeln in die gelbe Tonne werfen. Und falls der Joghurtbecher eine Papierbanderole hat, löst du sie noch ab und entsorgst diese im Papiermüll, ist ja klar.

  • Gib nur leere Behälter in die Gelbe Tonne.
    Eigentlich selbstverständlich. Der nette Mitarbeiter von unserem Entsorgungsunternehmen, der heute unsere Gelbe Tonne gegen eine kleinere umtauschte (wenn man frisch kocht, hat man nämlich weniger Verpackungsmüll), erzählte: sie  finden regelmäßig Essenreste in der Gelben Tonne, Kartoffelschalen zum Beispiel, oder ein halbes Menü vom Lieferservice. Auch da kommt die Sortieranlage an ihre Grenzen. Diese Verpackungen sind dann wertlos.

Aber es ist ja gar nicht schwer: alles, was als Verpackung dient, darf in die Gelbe Tonne – sogar Holz und Porzellan.

Preisfrage: Denkst du, Holz-Verpackungen (z. B. vom Camembert) dürfen in die Papiertonne, weil Holz ja zu Papier verarbeitet wird? Falls du mit Ja geantwortet hast, liegst du leider daneben. Das Altpapier wird im Pulper zerkleinert (ähnlich wie im Küchenmixer) und alles, was nicht geschreddert ist, wird ausgesiebt und kommt auf den Restmüll. Dazu gehören neben Metallklammern auch der andere Kram, der nicht in die Papiertonne reingehört: Plastik (das sorgt für besonders viel Ärger in den Maschinen), Altkleider, Flaschen und eben auch Holz. Holz-Verpackungen also bitte unbedingt in die Gelbe Tonne werfen.

5 Tipps für ein nachhaltigeres Bad

  • Benutze feste Seife zum Duschen.
    Das flüssige Duschgel braucht dreimal so viel Volumen und das nur wegen des Wassers. Da lässt sich doch was einsparen. Es müssen dreimal so viele Laster fahren. Dreimal so viel CO2-Ausstoß. Dreimal so oft nachkaufen. Muss das sein?
  • Steige auf festes Haarshampoo um.
    Ich war ja erst skeptisch, ob das wirklich schäumt und ob es gescheit auswaschbar ist. Lange habe ich mich davor gedrückt. Jetzt will ich nix anderes mehr. Festes Shampoo enthält auch viel weniger Chemie. Keine Schaumstabilisierer. Kein Mikroplastik.

Mikroplastik. Reizthema.

Mikroplastik findet sich nicht nur als Schmirgelpartikel in Peelings und Zahncremes, sondern ganz besonders in Haarpflegeprodukten! Das sind kleine Fasern, kaum sichtbar und auch so klein, dass sie durch die Kläranlagen nicht herausgefiltert werden können, sondern früher oder später im Trinkwasser landen. Oder im Meer. Sie lagern sich mit Giftstoffen an, werden von Fischen & Co. aufgenommen und landen letzten Endes über die Nahrungskette auf unserem Teller, um sich schlussendlich im menschlichen Körper abzulagern. Mikroplastik ist die Pest.

  • Teste mal Wattepads aus Stoff.
    Auch da war ich anfangs unsicher. Sie lassen sich aber genauso wie Wegwerf-Pads handhaben und die kleinen Dinger in der Waschmaschine mitzuwaschen, ist nun wirklich kein Mehraufwand.
  • Verwende Wattestäbchen mit einem Papierschaft und spare Plastik.
    Wenn du irgendwann wieder Wattestäbchen kaufst, achtest du auf den Papierschaft (und am besten noch auf eine Pappschachtel).
  • Entsorge Dosen, Tuben, Flaschen und Pappschachteln korrekt und nicht im Bad-Mülleimer.
    Verlockend, alles in den Kosmetikeimer zu feuern. Aber es ist keine Arbeit, die Behälter mit rauszunehmen oder korrekt zu entsorgen.

3 Tipps für ein nachhaltigeres Schlafzimmer

  • Kaufe bevorzugt gut kombinierbare, zeitlose Mode.
    Dies betrifft die Teile, die du in Zukunft gedenkst zu kaufen.
  • Bevorzuge beim Kauf Kleidungsstücke aus Naturfasern.
    Bei Stoffen mit hohem Kunstfaseranteil brechen bei der Wäsche Fasern ab, die sich – du ahnst es bereits – im Abwasser anreichern und dort zu immer kleineren Elementen zerfallen, bis die Fische sie aufnehmen. Wieder dieses Mikroplastik-Ding. Wollen wir das?
    Was ist mit den Klamotten, die bereits im Schrank hängen? Abhilfe verspricht da ein spezieller Wäschebeutel, in den man die Kleidungsstücke packen kann und der die losen Fasern festhält (nicht zu verwechseln mit den klassischen Wäschenetzen). Ich habe mir eben jedenfalls so einen Guppyfriend-Beutel bestellt.
  • Aussortierte Kleidung kannst du spenden, verkaufen oder tauschen.
    Viele Sammelcontainer verarbeiten die Kleider zu Flickenteppichen. Schade drum. Also mal genauer prüfen, was auf dem Container draufsteht. Mehr dazu in meinem Ausmisten-Artikel.

4 Tipps für ein nachhaltigeres Home-Office

  • Überlege, was du unbedingt ausdrucken musst.
    Seit ich meine Ablage digital mache, habe ich nicht nur mehr Platz im Schrank, sondern ich bin auch schneller und finde meine Dokumente dank der Suchfunktion besser.
  • Achte beim Papierkauf auf Umweltfreundlichkeit.
    Für meine Briefkopf-Bögen habe ich gerne einen Aufpreis für die Verbesserung der nachhaltigen Waldbewirtschaftung und klimaneutralen Druck bezahlt.
  • Nutze ecosia.org statt Bing.
    Ecosia nutzt die Werbeeinnahmen, um Baumpflanzprojekte zu unterstützen. Bei jeder Suchanfrage siehst du, wie viele Bäume bislang gepflanzt wurden. Die Suchergebnisse bezieht sie aus der Suchmaschine „Bing“. Falls du derzeit zufriedener Bing-Nutzer bist, denke vielleicht über Ecosia nach.
  • Wenn du Feierabend hast: schalte die Steckdose ab oder zieh den Stecker raus.
    Das gleiche gilt bei uns übrigens auch für den Fernseher, den Milchschäumer und alles, was im Standby-Modus Strom zieht.

2 Tipps für mehr Nachhaltigkeit im Verkehr

Hier noch ein Lieblingstipp:

  • Halte freiwillig 130 km/h.
    Leider wurde das Tempolimit auf deutschen Autobahnen noch nicht eingeführt. Was nicht heißt, dass wir uns nicht auch freiwillig daran halten könnten, oder? Wieder so eine Sache, die keiner Vorbereitung bedarf. Einfach mal machen.
  • Man kann auch ohne Flugzeug und Kreuzfahrtschiff verreisen.
    Das geht sogar sehr gut.

+ 2 Apps, die dich bei deinem Vorhaben, nachhaltiger zu leben, unterstützen

  • Too good to go
    Hier auf dem Land weniger verbreitet, aber für die Städter eine geniale Sache: über die App erfährst du, in welchen Restaurants Menüs übrig und zu einem vergünstigten Preis abzugeben sind. Selbstverständlich frisch und warm, nicht abgestanden und kalt. Damit weniger Essen weggeworfen wird.
  • CodeCheck
    Die App unterstützt dich direkt beim Einkauf und zeigt dir, was die Inhaltsstoffe bedeuten. Du erkennst sofort, ob sich Mikroplastik, Parabene, Paraffine oder Palmöl in Kosmetik und Lebensmitteln befinden. Die App hat einen sehr praktischen Barcode-Scanner.

Welche Auswirkungen hat das Thema „nachhaltiger leben“ auf die Wohn- und Einrichtungsbranche?

Hielten sich in den 50er und 60er Jahren die Modetrends noch mehrere Jahre, so kommen heute schon nach wenigen Monaten neue Kollektionen in die Läden. Die Produktion in Billiglohn-Ländern macht´s möglich. Bei der Inneneinrichtung wechseln die Trends nicht ganz so rasch, aber mit 5 – 7 Jahren doch deutlich schneller als noch vor ein paar Jahrzehnten. Was aber nicht heißt, dass wir jedem Trend gnadenlos hinterherjagen müssten. So wie man auf überwiegend langlebige und zeitlose Kleidungsstücke setzen und sie nur durch sehr wenige trendige Stücke ergänzen kann, so ist es beim Gestalten eines Raums nicht zwingend notwendig, einen Raum komplett neu einzurichten, wenn der Look überarbeitet wird.

Dafür gibt es sogar einen passenden Begriff: Redesign.

Denn: Je weniger du mit Trends gehst, desto länger kannst du deine Sachen nutzen.

Was möglich ist

Bei den Wandfarben gibt es eine immer größere Auswahl an ökologischen Farben, die aus natürlichen Rohstoffen bestehen.

Mehr und mehr Architekten und Designer setzen bewusst auf recycelte Materialien und verbrauchen keine neuen Ressourcen.

Wer sich neues Mobiliar zulegt, sollte auf langlebige Möbel setzen, die sich z. B. durch neutrale Farben oder neutrales Design kennzeichnen. Ist ein neuer Eindruck gewünscht, lassen sich die Möbel problemlos weiter verwenden und man kann durch eine neue Wandfarbe oder neue Textilien eine ganz andere Raumwirkung erzielen.

Was auch in die Kaufentscheidung einbezogen werden sollte: welche Materialien können es sich leisten, mit Charme zu altern? Holz, Stein, Leder usw. gewinnen. Pressspahnmöbel mit Folienüberzug in Holzoptik verlieren.

Jetzt du

Natürlich gibt es noch viel, viel, viel mehr Möglichkeiten, um nachhaltiger zu leben. Welche Tipps und Tricks, die sofort umsetzbar sind, habe ich vergessen? Schreib´s unbedingt in die Kommentare, damit andere sie auch ausprobieren können.

Und ich fordere dich auf: pick dir mindestens 10 Punkte raus und fang heute damit an.

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