Oha, ist ein schönes Zuhause wirklich lebenswichtig? Gar überlebenswichtig? Was denkst du? Ich finde diese Frage spannend, deswegen will ich heute mal darauf eingehen, was ein Zuhause leisten kann oder soll.
Ehrlich gesagt: überlebenswichtig ist eine schöne Einrichtung nicht. Und mir ist auch klar, dass sich auf dieser Welt nicht jeder diese Frage stellen kann. Und doch…
Was dein Zuhause still mit dir macht
- Wir verbringen einen großen Teil unserer Zeit in unserem Zuhause. Da wäre es schlichtweg gut, wenn wir gerne nach Hause kommen. Das Zuhause ist der wichtigste Rückzugsort. Home Sweet Home sozusagen.
- Ein schlecht eingerichteter Raum kann richtig nerven. Schließlich muss man seine sieben Sachen ja auch unterbringen und bestimmte Abläufe sollen reibungslos funktionieren. Ein gut eingerichtetes Zuhause reduziert die mentale Belastung.
- Zuhause darfst du „du“ sein. Dein Zuhause ist im Grunde der einzige Ort, den du wirklich selbst gestalten kannst. Hier kannst du ausdrücken, wer du bist – „richtig ankommen“, wie es so schön heißt.
- Eine funktionale Einrichtung beeinflusst Schlaf, Konzentration und Erholung. Letzten Endes wird der Alltag leichter, wenn die Räume das tun, was man von ihnen erwartet.
- Im Grunde liegt´s ja auf der Hand: wo man sich wohlfühlt, da lädt man auch gerne ein. Und noch was: enge, unpraktische Räume führen natürlich auch schneller zu Streit – und wenn´s nur ist, weil man sich ständig auf die Füße tritt oder die obligatorische Zahnpasta-Tube auf dem Waschbeckenrand liegenbleibt. Beeinflussen Räume also Beziehungen? Ja, wohl schon.
- Und natürlich kann man gezielt die Raumwirkung verbessern. Oder die Stimmung. Je nachdem, ob man sich im jeweiligen Raum erholen oder konzentrieren möchte, ob man sich eher müde oder eher wach fühlen möchte, all das lässt sich gut und relativ einfach beeinflussen.
Und ja, es gibt Gegenargumente
- Schönes Wohnen ist nicht lebenswichtig. Man überlebt auch in Räumen, die nicht schön oder praktisch sind. Schön Wohnen ist ja auch kein Grundbedürfnis wie Essen oder Schlaf.
- Gesundheit, Beziehungen, Sicherheit oder Einkommen sind wichtiger. Und ein schönes Sofa löst keine Lebensprobleme. Weltweit haben Millionen Menschen ganz andere Sorgen.
- Jeder hat einen eigenen Sinn für Schönheit. Was für den einen perfekt ist, ist für den anderen einfach nicht wichtig.
- Schon mal auf Social Media versackt? All die schönen Wohnungen gesehen, die aussehen wie aus dem Hochglanz-Magazin? Für manche wird das schöne Wohnen zum sozialen Druck.
- Viele Menschen gewöhnen sich an ihre Umgebung. Sie arrangieren sich und empfinden gar keinen Leidensdruck.
- Nicht jeder kann viel Zeit oder Geld investieren und im Zweifel entscheiden einfach Budget und Platzverhältnisse – nicht Beratung.
- Viele Menschen sind auch einfach so viel unterwegs und nutzen die Wohnung fast nur zum Schlafen. Und außerhalb der eigenen Wohnung kann man sich schließlich auch wohlfühlen.
Und doch: es geht nicht nur um schön eingerichtete Räume.
Was ein Raum wirklich leisten soll
Gerade wenn du viel unterwegs bist, wenn du ein aktives Leben führst, wäre es doch wichtig, dass dein Zuhause dich umfängt, oder? Beim „schön Wohnen“ geht es gar nicht darum, Instagram-Stars nachzueifern, sondern den eigenen Einrichtungsstil zu finden, die eigenen Bedürfnisse zu erforschen, die erforderlichen Funktionen zu erfüllen und das alles zu einem Preis, den man sich leisten kann. Denn „Budget“ ist nur eine Rahmenbedingung, keine Ausrede. Es ist also gar nicht nötig, sich an eine unpassende Umgebung zu gewöhnen, denn…
Ein Raum hat mehr Aufgaben als nur schön auszusehen. Er soll dich schützen, dich zeigen, dir Spielraum geben. Wenn ein Raum das kann, funktioniert er. Mehr du — weniger irgendwas.
Also: überlebenswichtig sind schöne Räume zwar nicht, aber durchaus wichtig für dein Leben.
Deine Aufgabe für heute
Nimm einen Tag lang bewusst wahr, wie sich verschiedene Räume für dich anfühlen. Nicht bewerten, nicht umräumen, nur fühlen. Welcher Raum gibt dir die nötige Energie – oder die nötige Ruhe? Wo fühlst du dich besonders wohl? Wo eher nicht?
Das ist der erste Schritt.
Und der nächste Schritt ist nicht Umräumen, sondern nachdenken, was du von deinem Zuhause wirklich erwartest. Wenn du tiefer einsteigen willst, was allein schon Farben bewirken können und wie du herausfindest, ob der Farbton sich wirklich gut in dein Zuhause einfügt, dann empfehle ich dir diese Artikel.

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